Was ist eigentlich normal? Behinderung, psychische Krisen und der Kampf um Selbstbestimmung

Plakat GAGA Veranstaltungen
Bildrechte: BE

Veranstaltungsreihe im KREUZ+QUER

Was bedeutet psychisch krank und psychisch gesund? Was bedeutet behindert und nicht-behindert? Vor 80 Jahren begann in Deutschland die Ermordung von Menschen mit Behinderung, psychischen Problemen und anderen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprachen. Welche Vorstellungen von Behinderung und psychischen Problemen wirken fort? Wie beeinflussen diese unsere Wahrnehmung von uns selbst und von anderen? Kann es uns gelingen, diese Grenzen zu überwinden? Was wäre, wenn wir das Konzept der Behinderung als Defizitmodell aufgeben, wenn psychische Probleme, wenn Behinderung als Teil der Normalität anerkannt wären? 

alle Veranstaltungen im KREUZ+QUER, Bohlenplatz 1, 91054 Erlangen
13.2 2020 - 28.4.2020 Ausstellung: GAGA – Wahnsinnig kreativ!


11.3.2020 19 Uhr Vortrag von Udo Sierck    Last und Leid – Kontinuitäten eines Menschenbildes
1.4.2020, 19 Uhr    Film „Alsterdorfer Passion – Die Alsterdorfer Anstalten in Hamburg“ (2018, 58 Min.) – Regie: Bertram Rotermund und Rudolf Simon
20.4.2020 19 Uhr   Film „Die dritte Option“ (2017, 78 Min.) – Regie: Thomas Fürhaupter – Anschließend Filmgespräch mit Vanessa Hartmann

Kontakt: Johannes.Bretting@elkb.de

 

Ausstellung: GAGA – Wahnsinnig kreativ! (13.2.-28.4.2020)

GAGA e.V. gibt sich in Erlangen die Ehre mit einem Querschnitt aus den im Atelier entstandenen Werken. Der Verein ist gleichzeitig eine Selbsthilfegruppe für psychisch kranke Kreative, um zu malen und zu gestalten. Im Hinterhaus in der Nürnberger Südstadt treffen sich dreimal in der Woche Mitglieder und auch Interessierte, arbeiten zusammen und tauschen sich aus. Ein- bis zweimal im Jahr stellen sie in Nürnberg, Fürth und Umland ihre Werke an unterschiedlichen Orten vor.
    Öffnungszeiten der Ausstellung im KREUZ+QUER, Bohlenplatz1, Erlangen:
    Montag bis Donnerstag: 09:30-14:00 Uhr
    Dienstag und Donnerstag: bis 18 Uhr

13.02.2020 19.00 Uhr Eröffnung der Ausstellung (mit Führung der Künstler_innen und Vortrag)
28.04.2020 19.00 Abschlussveranstaltung (mit Führung der Künstler_innen)
 

Last und Leid – Kontinuitäten eines Menschenbildes - Vortrag von Udo Sierck (11.03.2020, 19.00 Uhr)

Wer als behinderte Person in Beruf oder Sport gesellschaftlich anerkannte Werte erfüllt, kann mit Varianten der Inklusion rechnen. Andererseits besteht in der Gesellschaft unausgesprochen ein Zwang zur Nicht-Behinderung, der die ausgemachten Merkmalsträger auf die ‚andere Seite‘ befördert. Und nach einer aktuellen wissenschaftlichen Studie zu sozialdarwinistischen Einstellungen und Denkmustern lehnten nur 45 Prozent der repräsentativ Befragten die Vorgabe „Wie in der Natur sollte sich in der Gesellschaft immer der Stärkere durchsetzen“ völlig ab, nur 61% fanden die Aussage „Es gibt wertvolles und unwertes Leben“ grundlegend falsch. Neben Brüchen existieren Kontinuitäten, die auf behinderte Menschen zielen.

Dipl. Bibliothekar Udo Sierck, Buchautor und Dozent, zählt zu den Initiatoren der emanzipatorischen Behindertenbewegung.

Bei Bedarf einer Gebärdendolmetscherin bitte bis zum 02.03. anmelden (Kontakt: Johannes.Bretting@elkb.de).

 

Film „Alsterdorfer Passion – Die Alsterdorfer Anstalten in Hamburg“ (1.4.2020, 19.00 Uhr)

Film (2018, 58 Min.) Regie: Bertram Rotermund und Rudolf Simon

Ausgehend von den Euthanasieverbrechen im Nationalsozialismus zeichnet der Film die Geschichte der Alsterdorfer Anstalten bis in die 80er Jahre nach. Sie wird erzählt über die Berichte aus dieser Zeit von noch lebenden ehemaligen Bewohnern, Mitarbeitern und anderen Dokumenten. Diese lassen die Atmosphäre der damaligen Zeit sichtbar werden. Erst in den 70iger Jahren setzte durch jüngere Mitarbeiter allmählich ein Paradigmenwechsel ein. Es entstanden neue Konzepte in der Behindertenhilfe. Im Zentrum steht nun der Mensch mit Behinderung, der möglichst selbstständig sein Leben mit professioneller Unterstützung entwickeln soll.

 

Film „Die dritte Option“  (20.4.2020, 19.00 Uhr)

Regie: Thomas Fürhaupter – Film (2017, 78 Min.)  - anschließend Filmgespräch mit Vanessa Hartmann

Was tun, wenn man erfährt, dass man ein behindertes Kind erwartet? Ausgehend von dieser Frage entwickelt Thomas Fürhapter seinen komplexen filmischen Essay: “Die dritte Option” setzt Einzelschicksale im Zeitalter von Pränataldiagnostik und Biopolitik in einen radikal gegenwärtigen und gesellschaftspolitischen Zusammenhang. Schicht um Schicht wird der Blick freigeräumt auf grundsätzliche Fragen zu Geburt, Ethik und Norm – so wird das, was nur wenige betrifft, zu etwas, das alle angeht.

 

weitere Veranstaltungen (nicht im KREUZ+QUER)

24.03.2020
Podiumsgespräch „Behinderung und sexuelle Selbstbestimmung“
vhs club International, Friedrichstraße 17, Erlangen

17.02. – 13.03.2020
Ausstellung „plötzlich gestorben“ – NS-Rassenhygiene 1933-1945
Rathausfoyer, Rathausplatz 1, Erlangen