Ausstellung "Der Fall HUPFLA"

ehemalige Hupfla
Bildrechte be
Foto-und Medien-Ausstellung zum Abriss des Westflügels der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Erlangen im Jahr 2019

Ausstellungszeitraum vom 28.9.2022 bis 22.12.2022 im KREUZ+QUER, Bohlenplatz 1, Erlangen 
Besichtigung: Montag, Mittwoch von 9.30 bis 14 Uhr sowie Dienstag, Donnerstag von 9.30 bis 18 Uhr
Veranstalter: Aktionsbündnis „Gedenken gestalten – HuPfla erhalten“ und BildungEvangelisch
mit Begleitprogramm



Es gibt kaum ein kommunales Ereignis, das in den letzten Jahren Erlanger Bürgerinnen und Bürger mehr interessiert und bewegt hat wie die Auseinandersetzung um den Erhalt des Restgebäudes der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt an der Schwabach.
Im Zusammenhang damit wurden zum ersten Mal die Verbrechen der NS-"Euthanasie" in Erlangen durch die Vergasung von 908 Patientinnen und Patienten sowie der etwa 1100 Krankenmorde auf sogenannten Hungerkoststationen bekannt. Allein im Jahr 2019 fanden dazu mehrere gut besuchte Informationsveranstaltungen statt, bei denen die Bevölkerung darüber aufgeklärt wurde.
Die Ausstellung zeigt Bilder von Harald Sippel, der den Abriss des Westflügels dokumentiert hat, sowie Ton- und Video-Aufzeichnungen von Erich Malter.

Begleitveranstaltungen:    

Programmfaltblatt

•    19. November 2022, 19.00 Uhr im KREUZ+QUER
Musikalische Stolpersteine - Lieder gegen das Vergessen
ein Liederabend mit Monika Teepe (Sopran) und Christoph Orendi (Klavier)

Dargeboten wird eine Mischung verschiedenster Lieder von verschiedenen Komponisten, die während der Nazi-Diktatur emigrierten oder ins Konzentrationslager deportiert wurden. Gespielt werden Werke der Komponisten, u.a. von Viktor Ullmann, Hanns Eisler, Kurt Weill, Erich Wolfgang Korngold, Alban Berg. Hierdurch werden verschiedenste Facetten der während dieser Zeit sogenannter "Entarteter Musik" aufgezeigt.

Eintritt: 10 Euro (Abendkasse)
 

•    25. November 2022, 19.00 Uhr im KREUZ+QUER
Alt Rehse und der gebrochene Eid des Hippokrates   
Vortrag von Fabian Schwanzar M. A. (Mitarbeiter des Dokumentationszentrums Alt Rehse)

Ab August 1934 errichtete der Nationalsozialistische Deutsche Ärtzebund im mecklenburgischen Dorf Alt Rehse die "Führerschule der Deutschen Ärtzeschaft". Zwischen 1935 und 1941 diente das Musterdorf der "weltanschaulichen Schulung" von über 10.000 Beschäftigten im Gesundheitswesen wie Ärtzen, Apothekern, Hebammen u.a. Die bis 1941 für die Zwecke der NS-Ideologen in der Tradition der Heimatschutzarchitektur gebauten 60 Fachwerkgebäude sind weitgehend erhalten und stellen ein einmaliges Flächendenkmal dar. Welche Bedeutung diese "Führerschule" bei Neubrandenburg für das Selbstverständnis der Ärtzeschaft und die NS-Gesundheitspolitik hatte, soll im Vortrag beleuchtet werden. Ohne Zweifel gibt es auch eine Bewusstseins-Schiene bis in die damalige HuPfla in Erlangen, in der im Sinne der NS-Euthanasie etwa 1000 direkte Krankenmorde sowei 908 Transportierte zu Tötungseinrichtungen erfolgten. Zudem wird im Vortrag danach gefragt, aus welchen Diskussionen der Gedenkort in Alt Rehse hervorgegangen ist und wie dort ein modernes Ausstellungs-, Dokumentations- und Bildungszentrum aufgebaut wird. Dort gemachte Konzepte und Erfahrungen können bei der Einrichtung eines Gedenkortes für die Opfer und eines Bildungsortes zur Medizin-Ethik in den ehem. HuPfla-Gebäuden behilflich sein.

•    12.Dezember 2022, 19.00 Uhr im KREUZ+QUER
Der Bezirk und die HuPfla
Mit Katrin Kasparek (wissenschaftliche Mitarbeiterin Bezirksheimatpflege des Bezirks Mittelfranken) und Gisela Niclas (Bezirksrätin des Bezirks Mittelfranken), Moderation: Thomas Engelhardt

Alle Veranstaltungen sind rollstuhlgerecht. Anmeldung wird immer erbeten an bildung.evangelisch-er@elkb.de, Telefon 09131/200-12 und -13